Christlich Demokratische Union Deutschlands: Entstehung und Entwicklung bis 1949


Christlich Demokratische Union Deutschlands: Entstehung und Entwicklung bis 1949
Christlich Demokratische Union Deutschlands: Entstehung und Entwicklung bis 1949
 
Wichtigste Gründungsorte der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU) waren Berlin, Köln und Frankfurt am Main. Die CDU entstand als neue Partei aus einer christlich-bürgerlichen Sammlungsbewegung, die aus der Erfahrung des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus in beiden großen Konfessionen eine überkonfessionelle christliche Partei anstrebte. Ehemalige katholische Zentrumspolitiker, christliche Gewerkschafter, Protestanten, die in der Weimarer Zeit der DDP, DVP oder DNVP angehört hatten, fanden sich in der neuen Partei zusammen. An der Spitze der CDU in Berlin und in der sowjetischen Zone stand seit Dezember 1945 Jakob Kaiser, dessen Programm eines »christlichen Sozialismus« auch in der CDU der Westzonen verbreitet Zustimmung erhielt. In der sowjetischen Zone schloss sich die CDU dem Block der antifaschistischen Parteien an und verlor fast völlig ihre politische Eigenständigkeit. In Köln wurde am 17. Juni 1945 die »Christlich-Demokratische Partei« gegründet, in Frankfurt am 15. September 1945 die »Christliche Demokratische Volkspartei«. Alle regionalen Gruppierungen einigten sich auf der Reichstagung vom 14. bis 16. Dezember 1945 in Bad Godesberg auf den gemeinsamen Namen »Christlich Demokratische Union«, ohne jedoch eine Gesamtorganisation zu bilden. Die am 13. Oktober 1945 gegründete »Christlich-Soziale Union in Bayern« (CSU) behielt ihren Namen wie auch ihre Selbstständigkeit bei. Die CSU war eine überkonfessionelle Parteineugründung, aber konservativer und stärker föderalistisch orientiert als die CDU.
 
Wichtigste Persönlichkeit der CDU wurde bald Konrad Adenauer, der Anfang 1946 den Parteivorsitz sowohl im Rheinland als auch in der britischen Zone übernahm. Erster Bundesvorsitzender wurde er 1950. Die Programmatik des »christlichen Sozialismus«, im Rheinland unter anderem von Karl Arnold verkörpert, fand Eingang in das Ahlener Programm, das die CDU der britischen Zone am 3. Februar 1947 verabschiedete. Der Einfluss der Gewerkschafter in der Partei ging in der Folgezeit freilich zurück, das Schwergewicht verlagerte sich auf den bürgerlichen und industriellen Flügel. In Abkehr vom Ahlener Programm, das jedoch nicht annulliert wurde, bekannte sich die CDU der britischen Zone in ihren Düsseldorfer Leitsätzen vom Juli 1949 zum Konzept einer privatwirtschaftlich verfassten sozialen Marktwirtschaft, wie es Professor Ludwig Erhard vertrat.

Universal-Lexikon. 2012.

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